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Länderinfo Sudan

Der Sudan erfreut als extrem angenehmes Reiseland mit sehr freundlichen und zurückhaltenden Menschen. Insgesamt ist das Preisniveau relativ hoch, im Vergleich zu Ägypten hat man in etwa mit einer Verdoppelung der Preise zu rechnen.

Autobahngebühren: Autobahnen haben wir nicht gesehen, aber:

Atbara - Khartoum "Highway": 4,50 SDG für die Strecke. Auf dieser Strecke herrscht dichter Verkehr, insbesondere LKW's

Wad Medani - Gedaref: 4,50 SDG

Gedaref - Gallabat: 4,50 SDG

Gezahlt wird an Mautstationen. Dort bekommt man eine Quittung über die Strecke. Diese Quittung zeigt man bei evtl. existierenden weiteren Mautstationen einfach vor - sonst bezahlt man nochmal.

Kraftstoffpreise:

Diesel: 1,0-1,2SDG/l  (ca. 0,31€/l)
Benzin: 1,45-1,65SDG/l (ca. 0,44€/l)

Wechselkurse:

1 EUR = 3,5SDG
1 USD = 2,5SDG

Einreise:

Bei der Einreise via Wadi Halfa wird man an der Fähre von Mr. Maydy (oft auch als Mr. Magdi referenziert) in Empfang genommen. Er spricht sehr gut Englisch und bietet seine Hilfe an.
- Einreise OHNE Fahrzeug ist ohne ihn möglich
- Einreise des Fahrzeuges vermutlich nicht oder nur mit sehr großem Aufwand.

Da Mr. Maydy, soweit wir das beurteilen können, eine sehr korrekte Leistung zu angemessenem Preis liefert, können wir seine Dienste nur empfehlen.

Die eigentlich Personeneinreise wird bereits durch einen Sudanesischen Polizisten auf der Fähre erledigt. Von diesem bekommt man auch die Reise-Erlaubnis (Travel-Permit) für den weiteren Weg, z.B. Gallabat) Dazu werden auf der Fähre nach Abfahrt die Pässe ALLER Passagiere eingesammelt. Vor dem Verlassen der Fähre wird einem dann Bescheid gesagt, dass man zu besagtem Polizisten muss. Damit ist man beim Verlassen des Schiffes frei seines Weges zu gehen.

Innerhalb der ersten 3 Tage muss man sich jedoch polizeilich registrieren! Dies erledigt man am Besten gleich in Wadi Halfa. Ansonsten kann man es auch in Khartoum erledigen. Ansonsten ????
Diese Registrierung kostet 200SDG (ca. 40US$) + ein paar Kopien + ein Passbild ( mitbringen!) + 1-3Stunden Wartezeit auf dem Amt.
Alternativ kann man Mr. Maydy damit beauftragen - dann geht man Teetrinken und bezahlt ihm 50US$ p.P. (inclusive aller Gebühren und Kopien)
Als Ergebnis erhält man einen blauen Aufkleber im Pass mit Stempel.

Das Fahrzeug kommt ja in der Regel erst am nächsten Tag an. Mr. Maydy bereitet dann jedoch schon alle nötigen Formulare vor, so dass man bei Fahrzeugankunft nur noch zum Zoll zum Abstempeln des Carnets und der Einfuhrkontroll muss.
Gegen 40US$ bekommt man hier von Mr. Maydy einen "all inclusive Service". Man muss sich um nichts kümmern. In diesen 40US$ (200SDG) sind - soweit wir das nachvollziehen können - folgende Gebühren enthalten:
- Zoll: 16SDG
- Hafensteuer: 30SDG
- Einfuhrsteuer: 40SDG

Mr. Maydy Boshara (Nubatia For Ferry Boat Service / Wadi Halfa Agency)
mobil: 0121730885
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it

Ausreise:

Die Ausreise in Gallabat an der Genze zu Äthiopien ist problemlos. An der Grenze sind folgende Stationen abzuarbeiten:

- Polizei: Dort benötigt man die Reisegenehmigung, welche wir in unserem Fall bei der Einreise in Wadi Halfa bekommen haben. Nach einem Eintrag in "das große wichtige Buch" geht's weiter. Die Polizei ist ca. 300m vor der Grenze ein wenig zurück liegend auf der rechten Seite.
Evtl. ist diese Station auch entbehrlich, denn bei der Immigration, ganz zum Schluss, fragte der Beamte nach unserer Reisegenehmigung - und war dann mit der Aussage "Die haben wir da oben bei der Polizei abgeben müssen" auch zufrieden.

- Zoll: kurz vor der Grenze, rechts den Hang runter, weißes Gebäude. Carnet abstempeln, fertig.

- Immigration: links neben dem Zoll, auch ein weißes Gebäude. Ausreisestempel im Pass besorgen.

Wer Tracks for Africa hat: Dort sind die Gebäude eingetragen.

An der Grenze gibt es wieder einige Schlepper, die einem unaufgefordert und nicht abwimmelbar eben diese Stationen zeigen. Echt: Vollkommen überflüssig. Hier kann sich notfalls einfach in den Büros durchfragen und einem wird weiter geholfen.

Für die ganze Ausreise werden KEINE Gebühren fällig! (Na, das ist doch mal was, oder?)

Ebenfalls an der Grenze lauern diverse Geldwechsler, die versuchen zu vollkommen dreisten Wechselkursen ihr Geschäft zu machen. Ist man gut informiert und kennt die Kurse, funktioniert das dann auch, ABER direkt auf der Äthiopischen Seite gibt es auch zwei Bank-Container! Der nächste Geldautomat, der auch ausländische Visa-Karten schluckt, steht in Gondar (siehe Länderinfo Äthiopien).

Sonstiges:

Die Unterkünfte im Sudan sind generell sehr einfach und auf sehr niedrigem Niveau. Es lohnt sich auf jeden Fall die Zimmer vorher anzuschauen und zu prüfen, ob "im Bad" Wasser vorhanden ist. Nur weil dort ein Wasserhahn ist, sagt das noch nicht alles.

Campen ist generell nur wild möglich. Die einzigen uns bekannten kommerziellen Camping-Gelegenheiten sind in Khartoum:
- der "Blue Nile Sailing Club" (ich nenn den jetzt mal BNSC) (der bekanntere, dicht am Stadtzentrum)
- die "National Camping Residence" (die kürz ich NCR ab) südlich der Stadt an der Straße nach Wadi Medani (N 15° 31.489', O 32 ° 34.179')

Die "National Camping Residence" ist ganz klar unsere Wahl, weil man dort mindestens genauso gut steht, wie im Blue Nile Sailing Club - will heissen: Es gibt schattenspendende Bäume und ein paar Flecken Rasen. Weiterhin existieren hier - für hiesigen Standard - gepflegte Waschhäuser. Das Waschhaus das BNSC verdient den Namen nicht. Weiterhin ist es am BNSC laut, weil es mittlerweile kurz westlich eine neue Nil-Brücke gibt.
Und zu Guter letzt: Der BNSC verlangt für Auto mit 2 Personen 11US$ - 27.5SDG! In der NCR zahlt man 5SDG p.P.  (also 10SDG pro Nacht für uns)
Da bleibt nun nur noch das Argument, dass man dann ja weit ausserhalb der Stadt ist. Eigentlich nicht: In Unmittelbarer Nähe vom BNSC ist nix los in der Stadt - man läuft also auch.

Von der NCR ist in ca. 1km Entfernung ein riesiger Markt (Souk Mahali) und in gleicher Entfernung nette Restaurants und Internet-Kaffees.
Entlang der großen Ausfallstraße fahren Busse, die einen für 0,5SDG p.P nach Khartoum Downtown bringen.

So, das war mein Plädoyer für den NCR und gegen den vollkommen überteuerten BNSC. Möge sich die Overlander Szene zur NCR orientieren ;-)

Last Updated on Friday, 16 October 2009 13:17