Das Dachzelt
Seit 6 Jahren haben wir ein Dachzelt von Hannibal (Hergestellt in Kapstadt/Südafrika). Neulich haben wir mal durchgerechnet: Mittlerweile haben wir gut ein Jahr in diesem Zelt geschlafen. Prinzipiell halten wir das Hannibal Dachzelt für eines der Besten, aber es gibt ein paar kleine Änderungen, die den Gebrauchswert noch einmal enorm gesteigert haben!
Die Schuhtaschen
Jeder, der ein Dachzelt hat, kennt das all abendliche Problem: Wohin mit den Schuhen?
Da gibt es zwei einfache Lösungen: Die Schuhe bleiben unten am Boden stehen oder kommen mit ins Dachzelt. Bei der ersten Variante besteht immer die Gefahr, das Nachbars Hund die Schuhe verschleppt. Die oft dreckigen Schuhe im Zelt stehen zu haben ist aber auch nicht so ideal. Wenn man die Schuhe in einen Sack packt und außen hängen lässt, werden sie bei Regen nass - auch nicht toll!
Wir haben uns lange über die Schuhfrage geärgert, bis wir endlich eine perfekte Lösung hatten: Die Schuhtaschen!

Wir haben die Taschen einfach unter die Platte des Dachzelts getackert. Alternativ könnte man auch eine dünne Holzleiste nehmen und den Stoff zwischen der Leiste und dem Dechzeltboden einspannen. Dann schraubt man die Leiste einfach fest.
In die Grundplatte der Schuhtaschen muss ein steifes Material eingenäht werden, welches nach möglichkeit wasserfest ist. Allgemein bleiben die Schuhe in den Taschen jedoch trocken. Bei uns ist das eine dünne Platte aus Kunstoff, aber dünnes Aluminium sollte auch gut sein. Ebenfalls wichtig ist, dass die Schuhtaschen auf drei Seiten Wände haben. Die hintere verhindert nicht nur, dass die Schuhe ständig nach hinten aus der Tasche fallen, sondern erzeugt zusätzliche Stabilität gegen Durchbiegen der Grundplatte.
Das ganze näht man sich am Besten aus dünnem Segelstoff zusammen. Wer keine passende Nähmaschine hat: Der Autosattler oder Polsterer um die Ecke hat sie. (Aber dann fragt mich nicht, was die Taschen kosten
)
Beim Einklappen des Dacheltes legen sich die Taschen einfach flach zusammen und stören nicht weiter.
Eine Verlängerung des Überzeltes
Bei den Dachzelten kann man prinzipiell zwischen zwei Typen wählen:
Typ A hat ein Dach, welches über die Leiter hinweg geht (z.B. Howling Moon)
Typ B hat ein Dach. welches nur die Grundfläche des Dachzeltes trocken hält (Die meisten anderen, ohne zusätzlich gekauftes Überzelt), die Leiter steht im Regen.
Typ A hat den Nachteil, dass die Belüftung ein wenig schlechter ist (nur drei Seiten offen) und dass man jeden Abend mehr aufbauen und am Morgen mehr Stoff verpacken muss.
Typ B ist schneller auf-/abgebaut und hat volle Belüftung von allen Seiten, ABER wenn es regnet bildet sich gerne eine kleine Wasserblase im Überzelt, welche sich dann mit großem Geplätscher regelmäßig über die Leiter ergießt - meistens steht man dann gerade auf der Leiter und versucht ins Dachzelt zu kommen. Solch unfreiwilligen Duschen haben wir einige Male abbekommen. Eine Abhilfemöglichkeit wäre der Kauf eines längeren Überzeltes, womit dann auch die Leiter im Regenschutz wäre. Die gibt es im einschlägigen Fachhandel zu kaufen.
Allerdings hat man dann die Nachteile vom Typ B plus, dass diese längeren Überzelte noch komplizierter aufzubauen sind. Für uns war das keine Option.
Wir wollten eine abnehmbare Verlängerung, die gerade Regenschutz für die Leiter bieten würde und möglichst einfach wäre. So sieht unsere Lösung aus:

Die Verlängerung hat ein Packvolumen von ca. 0.5l (plus Stangen), wiegt quasi nichts und wird nur bei Bedarf mit einem Reisverschluss angezippt. Wichtig ist eine Querstange am Ende der Verlängerung (wir benutzen eine Karbon-Stange aus dem Drachenbau-Zubehör - die kosten wenig, wiegen nichts und sind stabil).
Einziger Nachteil: Diese Verlängerung ist nicht Sturmfest. Ab Windstärke 5 von der Seite oder Hinten muss man sie abbauen. Während unserer Transfarika 2009 Reise ist das genau einmal an der Küste von Südafrika vorgekommen. Falls sich jemand für diese Lösung interessiert, kann ich gerne auch Detailbilder schicken, wie wir die Aufnahmen der Stangen gelöst haben - oder selbst tüfteln
.
Die Ausziehbare Dachzeltleiter
Beim Hannibal besteht die Leiter aus zwei Teilen, die ineinander gesteckt werden. Das untere Teil hat am Fuß ein ausziehbares Ende, welches man zur Anpassung an den Unterboden ca. 30cm herausziehen kann. Zur Arretierung dienen auf jeder Seite drei Löcher, durch die eine M8er Schraube mit Flügelmutter gesteckt wird.
Bei unserem Wagen müssen wir die Leiter eigentlich immer um ein Segment verlängern, also jeden Abend die Flügelmuttern lösen, Schrauben raus, Verlängerung ausziehen, Schrauben rein und die Flügelmuttern wieder drauffummeln. Am Morgen das Gleiche - wir waren genervt. Bei solchen Sachen zählt irgendwann jede Sekunde und nebenbei hatte eine Flügelmutter auch bestimmt die Fallsucht, beim wieder aufschrauben.
Anstatt der Schrauben stecken in unserer Leiter nun zwei 8mm Bolzen, welche am Ende ein Loch haben, durch das wir einen Federsplint schieben. Als Bolzen bietet sich eine M8er Schraube mit langem glatten Schaft an, die man absägt und anschließend ein 3mm Loch quer einbohrt. Federsplinte bekommt man bei jedem gut sortierten Landmaschinenhandel, denn solche Splinte werden viel bei Trecker und Co viel benutzt und kosten dort wenige Cents.







